Wenn der Nebel fließt...

Veröffentlicht am 10. Januar 2026 um 16:31

... wird Inversion sichtbar. Hierzu weiter unten mehr.

Seit etlichen Jahren halte ich mich im Urlaub immer in der gleichen Region auf. Ebenso lange versuche ich nicht nur über den Wolken oder dem Nebel zu wandern, sondern endlich auch das Wabern und Fließen zu videographieren - im Optimalfall im Zeitraffer, auf deren Fertigung ich mich seit ein paar Jahren "spezialisiert" habe. So oft habe ich es versucht, nie passten die Bedingungen, allen voran natürlich das Wetter. Was lange im Hinterkopp schwebte, sollte am 07. und 08.11.2024 endlich funktionieren.

Eigentlich sollten die paar Tage gar kein klassischer Urlaub werden. Lediglich ein paar Tage nahm ich mir frei vom Arbeitsalltag, da ich relativ spontan über eine gute Bekanntschaft Tickets für die NFL- Begegnung in München ergatterte. Dort siegten in der Allianz Arena am 10.11.2024 die Carolina Panters gegen die New York Giants. Wäre diese Vater-Sohn-Aktion nicht schon besonders genug, zauberte der Wettergott ein paar Tage zuvor auch noch eine typisch herbstliche Inversion in's Ländle. Glücklicherweise schaffe ich es einfach nicht in besagte Region zu reisen, ohne wenigstens ein paar Teile meiner Fotoausrüstung mitzuschleppen. Dies zahlte sich dann aus.

So begann mein Kurzaufenthalt dann eines vermutlich nie vergessenen Morgens, als ich völlig übermüdet den lieben und total verdatterten Dirk anrief, um ihn zu einem verfrühten Frühstück zu überreden - welches dann unter freundschaftlich leichtem Murren auch statt fand (herzlich Gruß und Dank gehen an der Stelle erneut raus nach Süd-Ost ;-) ).

Auf Grund des stabilen - fast schon novembertypischen - Wetters, machten wir uns nach dem üblichen, ausgiebigen Frühstück (man kennt das, es gibt immer viel zu bereden, wenn man sich längere Zeit nicht gesehen hat) auf den Weg zu einem unserer Lieblingsplätze - einem grasigen Abhang knapp oberhalb der Altkaseralm auf rund 1300m mit wunderschönem Blick hinüber zum Zahmen Kaiser, hinunter nach Kufstein im Inntal und "Vis-À-Vis Vom Wendelstein"... wer es noch kennt.
Zum Sonnenuntergang war die stabile Schichtung der Luftmasse bereits deutlich zu erkennen, abgesehen davon, dass sie auch deutlich spürbar war. So war es an unserem Standort deutlich milder, als ein paar 100 Meter weiter im Tal. Im Verlaufe des Abends zogen folgerichtig aus Nord kommend, erste Nebelschwaden ins Inntal hinein. Das waren die ersten Anzeichen für eben jene Inversionslage, welche ich oben schon angekündigt hatte. Zunächst jedoch das Video von der Altkaseralm:

Blick Richtung Süd-West:

Blick Richtung West:

Was ist denn eigentlich eine Inversion?
Da wir keine Profimeteorologen sind, fassen wir uns an dieser Stelle recht kurz. Letztlich nimmt die Temperatur mit zunehmender Höhe mehr oder weniger kontinuierlich ab. Bei einer Inversion sammelt sich in den Tallagen kalte Luft, darüber ist es z.T. deutlich milder. Ist die kalte Luft bodennah feucht, bildet sich oft Nebel oder Hochnebel. Diese kalte Luft bildet sich meist in den Wintermonaten durch Absinkvorgänge in einem Hochdruckgebiet, was häufig dazu führt, dass es in den Tallagen nebelig und so richtig novembrig "usselig" ist, während auf den Bergen die Sonne vom ungetrübten Himmel scheint.

Diese Schichtung ist in den beiden Videos oben schon gut zu erkennen. Allerdings brauchte es in der Folge noch einige Tage, bis sich die kalte Luft bodennah mit Feuchtigkeit angereichert hatte, sodass sich schließlich im Tagesverlauf des 07.11.2024, vom Inntal ausgehend, teils dichter Hochnebel bildete.

Ein Gastauftritt vor der Kulisse aus Kaiser und Tauern - NOCH ohne Nebel:

Mit fortschreitender Stunde bildeten sich im nördlichen Ausgang des Inntals schnell große Nebelfälle:

Da stellt sich natürlich sofort die Frage - Welche Kamera; welches Objektiv und vor allem: welche Ausrichtung soll man bloß wählen. Zügig die aktuellsten Wetterprognosen analysieren und dann...

Die linke Kamera mit Ultraweitwinkel mittig auf das Inntal, um das Hineinfließen des Nebels vollständig zu erfassen.

Die rechte Kamera filmte die Nebelfälle am Ausgang des Inntals unterhalb des Wendelstein.

Die Ergebnisse in Form zweier Zeitraffer gibt es ein kleines Stück weiter unten.

Nahezu winzig wirken die Protagonisten vor dieser Landschaft, deren Täler sich langsam aber sicher mit Nebel füllten.

Und dann, nach diesem ganzen Einrichtungsstress, ersteinmal den Ausblick und dieses unvergleichliche Panorama genießen. Wo soll man da bloß zuerst hinschauen? Wer uns kennt oder schon einmal zugesehen hat... allein unser begeistertes Hin- und herhüpfen wäre einen Zeitraffer wert (ist übrigens auch noch in Planung...):

Deutlich zu erkennen - die Laune hätte kaum besser sein können - zumal es zu diesem Zeitpunkt in der Sonne und ohne nennenswerten Wind noch überraschend warm war.

Bei den folgenden zwei Videos (linke Kamera, siehe weiter oben) handelt es sich um ein und das Selbe, links in originalen Proportionen, rechts habe ich digital hineingezoomt. So ist das Wabern der Nebeldecke besser erkennbar. Insbesondere zu Beginn des linken Videos sieht man deutlich, wie der Nebel aus Norden kommend einem Fluss gleichend in das Inntal hineinfließt und dieses langsam auffüllt. Mit dem bloßen Auge sind diese Vorgänge kaum erkennbar, in geraffter Form werden sie jedoch deutlich:

Ein paar Bilder aus den großen Kameras muss ich dann hier doch einmal zeigen. Alle Bilder findet Ihr wie immer in unserer Buidlgalerie.

Immer wieder stehe ich dann fasziniert wie ein kleines Kind vor solch Kulisse und vergesse die Zeit - wie auch fast alles um mich herum. Als ob sie stillsteht - unbezahlbare Momente in unserer schnelllebigen Zeit:

Schwarz / Weiß oder in Farbe - es ist reine Geschmackssache. Als Fotograf, der immer bestrebt ist Dinge so festzuhalten, wie ich sie sah, gefällt mir in der Regel farbig besser. Nebelstimmungen sind aber dann doch etwas ganz Spezielles.

Ein Ausschnitt des Hochkant-Bildes stand auf Wunsch meiner wundervollen Freundin bereits kurz nach meiner Rückkehr bei uns daheim immer im Blickfeld.

Auch hier gilt wieder - was Bilder auslösen, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Bei mir ruft es nach wie vor Ehrfurcht hervor. Es strahlt gleichermaßen Ruhe und Frieden aus, dadurch, dass der Nebel sinnbildlich alles Negative, den ganzen Alltagsstress, unter sich begräbt und darüber die Sonne von einem wunderbar klaren Himmel ungehindert strahlen lässt.

Die Farben, die herbstlich würzig- kühle Luft in der Nase - alles beruhigt die Nerven und es bleibt nur der Wunsch nach nie endendem Glück wie in diesem Moment.

Im völligen Kontrast hierzu stellen die kühlen, teils schroffen Hügel, Wände und Spitzen eine unbeugsame, alles überragende und nicht zu erschütternde Macht  dar.

Alles zusammen überwältigt mich dieses Bild immer und immer wieder - auch und vermutlich gerade wegen des persönlichen Eindrucks an diesem Abend.

So oft habe ich auch zu anderen Gelegenheiten selbige Gedanken, Gefühle und Eindrucke in den Alpen durchlebt und tue dies jedes Mal in unterschiedlichen Variationen, wenn es mich erneut dorthin verschlägt. Durch die sich mir jedoch nur selten bietende Gelegenheit Momente über dem Nebel zu erleben, sticht dieser Tag dann aber doch noch etwas mehr heraus... und mit diesem Tag war es - was ich jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte - noch nicht vorbei mit grandiosen Nebelstimmungen.

Im Hochkantbild mittig-links erkennt man eine dunkle Bergflanke, welche nach links steil ins Nebelmeer abfällt. Bei dieser markanten Spitze handelt es sich um den Pendling, welcher das Inntal über Kufstein überragt. Von dessen Gipfel eröffnen sich wunderschöne Blicke in Richtung Ost - also dem Sonnenaufgang entgegen. An dieser Stelle sehen wir uns weiter unten wieder.

 

Ein Video des fließenden Nebels in nahezu Originalgeschwindigkeit findet Ihr auf dem Instagramprofil von Dirk unter folgendem Link:

Zuvor kamen wir jedoch selbst mit unserer mittlerweile deutlich aufgerüsteten Kamerausstattung ans Limit. Jede Richtung, jeder Moment, jeder Blick bietet andere, nicht minder faszinierende Eindrücke, welche festgehalten werden wollen. Bei diesen Gelegenheiten freue ich mich regelmäßig über meine "Spezialisierung" auf Zeitrafferaufnahmen. Hat man sich erst einmal für eine bestimmte Ausrichtung der Kamera(s) entschieden, kann, bzw. sollte man sich nicht mehr umentscheiden, um das schlussendliche Video nicht zu zerstückeln. Den wesentlichen Rest macht die Kamera beinahe von selbst, indem sie alle paar Sekunden ein Bild aufzeichnet. Dies eröffnet mir die Möglichkeit viele Momente, in denen ich normalerweise wie ein hektisches Wiesel von A nach B hüpfen würde, in aller Ruhe zu genießen, ohne ständig den Druck zu verspüren doch Fotos machen zu müssen - und wir sprechen hier am 07.11.2024 über einen der - in seiner Gesamtheit - schönsten Sonnenuntergänge, die ich je erleben durfte.

Mit der untergehenden Sonne legte sich auch das letzte bisschen Wind, die Nebeldecke kam mehr und mehr zur Ruhe und auch die wenigen Cirren lösten sich auf. Sofort wurde es Zeit alles an mitgeführten Anziehsachen einer Zwiebel gleich überzuwerfen. Wenn es auch, dank der Inversion, nicht allzu sehr auskühlte, wie es die Jahreszeit sicherlich möglich hätte machen können, forderte das stundenlange Stehen dann doch irgendwann seinen Tribut und es begann uns zu frieren.

Im 50mm- Objektiv steht er wuchtig da - einer der vermutlich bekanntesten Berge Süd-Ost-Bayerns - der Wendelstein mit seiner markanten Spitze:

Die klare Luft lässt selbst bei nur noch wenig Restlicht einen Blick durch das 600mm- Objektiv zu:

Nun folgt noch das Zeitraffervideo der rechten Kamera (siehe erneut weiter oben). Insbesondere zu Beginn sind die Nebelfälle durchaus beeindruckend.

Auch nach dem eigentlichen Sonnenuntergang gilt es durchzuhalten und nicht zu schnell von dannen zu ziehen. Bis das letzte bisschen Farbe aus dem Himmel gewichen ist, dauert es noch einmal gut 1,5 Stunden.

Wenn dann der Mond so hell und klar am Himmel steht, dass er Strahlen auf den Sensor der Kamera zaubert, sucht man meist auch die Konzentration an Sternen der Milchstraße meist nicht lange vergebens. Trotz nicht allzu langer Belichtungszeit kann man sie deutlich leicht linksseitig des Pendling erkennen, welcher hier im Bild den rechten Abschluss des Inntals bildet.

Etwa zu diesem Zeitpunkt reifte dann ein Plan, welcher auf der einen Seite nur folgerichtig, jedoch gleichermaßen auch durchaus als verrückt betitelt werden kann.

Die Nebeldecke kam zu fortschreitender Stunde mehr und mehr zur Ruhe und hatte das komplette Inntal geflutet. Nichts - auch die Wettervorhersage für die kommenden Stunden nicht - deutete darauf hin, dass sich an der Schichtung der Inversion etwas Wesentliches ändern könnte. Es war schon immer - und ist es natürlich noch - ein absoluter Traum Sonnenuntergänge über dem Nebel zu erleben. Selbiges gilt natürlich auch für Sonnenaufgänge. Nun bot sich die nahezu einmalige Gelegenheit. Als ich den noch Anwesenden die spontan aufkeimende Idee präsentierte, wurde diese netterweise lediglich leicht belächelt... "Jaja, der Verrückte hat wieder ne Idee..."

So ging es denn nach äußerst erfolgreichen Foto- und Filmarbeiten wieder hinab ins nebelig-kalte Tal, wo wir uns schlussendlich auseinander dividierten. Schleunigst suchte ich mein Bettchen auf um zumindest etwas Schlaf zu finden...

 

 

 

 

 

 

Die Bilder vom Sonnenuntergang Tags zuvor waren ja schon ein absolutes Highlight. Was dann jedoch kaum 10 Stunden später folgte, war nochmals eine ganz andere Nummer.

Etwa 3 Stunden geschlafen, völlig übermüdet ins Auto gesetzt und zum Parkplatz Schneeberg bei Mitterland unterm Pendling gefahren. Gott sei dank kennt das Auto den Großteil des Weges in- und auswendig. Nicht nur Dunkelheit und Müdigkeit setzten mir zu, sondern auch dichter Nebel - insbesondere direkt am Parkplatz. Im gleißenden Schein des Abblendlichtes war es kaum möglich wesentlich weiter als vielleicht 5 Meter zu schauen. Entsprechend nahm meine Anreise etwas mehr Zeit in Anspruch, als ich es ursprünglich einberechnet hatte.

Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und durch unzählige feinste Wassertropfen hindurch, welche durch den diffusen Lichtkegel der Stirnlampe huschten, ging es dann zügig durch die Dunkelheit über den schmalen Wanderweg hinauf in Richtung Gipfel. Ist des Nachts im dichten Kiefernwald generell kaum etwas zu sehen, dämpfte der Nebel alles Wahrnehmbare noch zusätzlich. Lediglich ein leises Knacken hier, ein Wassertropfen, der in der Nähe zu Boden fiel, da - ein surrealer Gesamteindruck. Jedoch - auch, wenn diese Rahmenbedingungen nicht gerade für einen angenehmen Aufstieg sprachen, kam es mir ja gerade auf den Nebel an.

Glücklicherweise dauerte es nicht ganz 20 Minuten, bis ich von jetzt auf gleich aus dem Nebel heraustrat, die Temperatur sprunghaft anstieg und der Weg wieder klar und gut sichtbar vor mir lag.

An dieser Stelle sei auf Selbstverständlichkeiten ausdrücklich hingewiesen: Bitte geht solche Wege nur, wenn Ihr Euch auskennt und für die Verhältnisse gut ausgerüstet seid - erst recht, wenn Wetterbedingungen oder Tageszeit nicht unbedingt für einen Aufstieg sprechen!

Ich selbst wage solch Aktionen zu Sonnenauf- / untergängen nur dann und dort, wo ich mich gut auskenne. Noch dazu teile ich vorher Dritten meine beabsichtigte Route und Zeitplan mit. Passieren kann immer etwas!

Oben angekommen erhoben sich die beiden Kaiser nur schemenhaft über der leicht erhellten Nebeldecke im Tal. Sofort entbrannte, wie so oft bei solch Aktionen, zunächst hektisches Treiben. Da mit bloßem Auge nie wirklich erkenn- und abschätzbar ist, ab wann die Dämmerung einsetzt (oftmals 30 bis 45 Minuten, bevor das Auge es tatsächlich wahr nimmt), heißt es bei Ankunft so schnell wie möglich die Kamera(s) an's Laufen bekommen - insbesondere dann, wenn man dem Zeitplan etwas hinterher hinkt, die Dunkelheit das Scharfstellen erschwert und man dann auch noch feststellt, dass das eigentlich bevorzugte Objektiv defekt zu sein scheint... Glücklicherweise schleppe ich bei diesen seltenen Anlässen meistens eine Rückfallebene für die Rückfallebene mit, was dazu führt, dass ich oftmals rund 50% der Ausrüstung ungenutzt wieder mit in's Tal schleppe.

Dass sich dieser Aufwand jedoch lohnt, zeigt sich dann beim direkten Vergleich zwischen - zugegebenermaßen bei guten Lichtverhältnissen mittlerweile starken Leistungen von - Kameras moderner Mobiltelefone und digitalen Spiegelreflex- / spiegellosen Systemkameras. Beide folgenden Bilder sind zeitgleich entstanden. Welches von einem Handy und welches aus einer Profikamera stammt, muss wohl nicht ausgeführt werden:

Insofern lohnt sich immer ein zusätzlicher Blick in unsere Buidlgalerie, wo Ihr unsere professionellen Fotos findet.

Als endlich erfolgreich zwei Kameras mit den Aufnahmen beschäftigt waren, war es an der Zeit mir selbst etwas Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Durch den kurzen, aber knackigen Aufstieg und den Nebel, war ich trotz der vergleichsweise leichten Kleidung komplett durchfeuchtet. Obwohl am Gipfel kaum Wind wehte, kroch die Kälte schnell durch die Kleidung, welche zügig gewechselt werden wollte.

Als auch der Kleiderwechsel erfolgreich von Statten gegangen war, konnte ich nun endlich die Umgebung genauer betrachten. Da der Mond bereits untergegangen war, umfing mich rabenschwarze Dunkelheit. Lediglich durch den Nebel zu mir herauf dringendes Licht der Zivilisation weit unten im Inntal bot gewisse Anhaltspunkte. Das war dann auch der Moment, in dem ich bemerkte, dass selbst mit bloßem Auge in der Dunkelheit Bewegungen in der Nebeldecke auszumachen waren. Relativ zügig wurde der Nebel unter mir durch eine unsichtbare Kraft in nord-östlicher Richtung aus dem Inntal hinaus geschoben - also in genau der umgekehrten Richtung, in der er Tags zuvor in's Tal hinein geflossen war.

Auch, wenn Dunkelheit und technische Ausrüstung eine schnellere Abfolge der Fotos - also im Ergebnis ein langsameres Zeitraffervideo - unmöglich machten, befürchtete ich bis zum ersten berechneten Videoentwurf, dass der Nebel zu schnell für einen Zeitraffer unterwegs gewesen sein könnte. Auf der einen Seite bestätigten sich diese Befürchtungen leider beim Betrachten des fertigen Videos, andererseits ändert diese Tatsache kaum etwas an dem grandiosen Gesamteindruck, welcher sich mir an diesem Morgen bot und welcher auch durch die Video transportiert wird:

Ob nun durch die Kälte - vermutlich jedoch wegen des optischen Eindruckes - lief mir erneut ein ehrfurchtsvoller Schauer den Rücken hinunter, als die Sonne im Süd-Osten langsam zwischen den Bergspitzen auftauchte (direkt links der Sonne ist das Kitzbühler Horn erkennbar). Weil es einfach zu schön ist, zeige ich hier auch noch einmal ein Bild aus der großen Kamera:

Da die beiden großen Kameras mit den unterschiedlichen Zeitraffern beschäftigt waren, blieb mir nichts anderes übrig, als Aufnahmen mit dem Handy zu fertigen. Bei guten Lichtverhältnissen sind diese qualitativ aber durchaus ansehnlich. Im Folgenden zeigen kurze Videos den Eindruck ohne Beschleunigung, genau wie ich sie kurz vor und nach Sonnenaufgang erlebt habe. Trotzdem ist die Bewegung des Nebels nach links, also in Richtung Talausgang, erkennbar.

Was den Videos auch zu entnehmen ist - der Wind lebte mit aufgehender Sonne auf und legte immer weiter zu, was dazu führte, dass es gefühlt trotz der grundsätzlich wärmenden Wirkung der Sonnenstrahlen eher kühler wurde. Da Wind bekanntlich auf Fotos schwerlich darstellbar ist, vermitteln die Fotos der glasklaren Luft und dem sehr hellen Eindruck durch den reflektierenden Nebel eine Wärme, wie sie lediglich in windgeschützten Lagen vorhanden war.

Blick von nord-ost...

... über Ost...

... bis Süd-ost:

Nur um einmal zu zeigen, wo wir uns am Vortag aufhielten - erneut der Blick Richtung nord-ost aus der großen Kamera:

Bild oben noch einmal im Kleinen unten. Am Vortag beobachteten wir den einfließenden Nebel von der Wandbergregion aus...

... und näher herangezoooooomt erneut die Wandbergregion südlich des Geigelstein:

Der eigentliche Gipfel des Pendling liegt etwa 2 Gehminuten in süd-westlicher Richtung vom Pendlinghaus entfernt. Hier wird der Ausblick Richtung Osten etwas eingeschränkt, öffnet sich jedoch etwas weiter in westlicher Richtung. Unvergleichlich empfinde ich jedoch den Ausblick am Wilden Kaiser vorbei in Süd-östlicher Richtung - hinüber zum Kitzbüheler Horn und den Hohen Tauern:

Zahmer und Wilder Kaiser in voller Ausdehnung, noch vom Nebel umspült:

Da sich nun der Abschied von diesem grandiosen kleinen Aussichtsberg näherte, reifte in mir ein Gedanke, der dem ggf. mitlesenden Dirk wohl noch heute die Schweißperlen auf die Stirn treibt - so wohnt er nur unwesentlich von der direkten Route zu meinem Domizil bei Reit im Winkl entfernt... und was läge da näher (im wahrsten Sinn des Wortes), als ein erneut spontanes Frühstück vorzuschlagen... was ein Stress...

Auf Grund der abnehmenden Schichtdicke war die Nebelobergrenze nicht mehr so messerscharf gezogen wie mitten in der Nacht, trotzdem wurde ich innerhalb von etwa 2 Minuten wieder völlig verschluckt. Durch die Sättigung der Luft mit Feuchtigkeit, hatten sich über Nacht an den Spinnweben unzählige kleine Wassertropfen gebildet, wodurch diese vor dunklem Hintergrund silbrig-glänzend hervor traten:

Nach neuerlichem Frühstück und den ersten Versuchen das bis dato Erlebte bei schätzungsweise 3 Litern Kaffee zu verarbeiten, ging es - wie sollte es auch anders sein - erneut hinauf zur Altkaseralm. Trotz des Sonnenscheins, der uns den ganzen Tag über begleitete, hofften wir auf ein erneutes Einnebeln zum Sonnenuntergang. Die etwas trockenere Luftströmung aus Süden hielt jedoch stetig an, was genau dies verhinderte.

Nach müde kommt blöd:
Was kichert der wieder so vor sich hin? Der treibt doch schon wieder Schabernack...

Irgendwie hat er's dann wohl gerochen, dass er beobachtet wird.

Aufgrund des passiv-aggressiven Gesichtsausdruckes dachte ich zunächst an einen brutalen Schwinger... man kicherte jedoch einfach weiter...

... des Rätsels Lösung:

Währenddessen fiel tatsächlich wieder Nebel aus Norden kommend in's Inntal hinein. Die aus dem Süden dagegen haltende trockenere Luftmasse verhinderte jedoch ein "Vollaufen" des Inntals.

Was blieb, war ein erneut ansehnlicher und farbenfroher Sonnenuntergang. Noch immer war die Schichtung der feucht-kalten Luft im Inntal erkennbar. Da der aufkommende Föhn jedoch dichte mittelhohe Bewölkung auslöste, welche alsbald Mond und Sterne verschluckte, traten wir schon relativ kurz nach Sonnenuntergang die Heimreise an.

Ganz liebe Grüße an dieser Stelle noch an unsere Foto-Freunde aus München, welche uns in entscheidenden Momenten mitten in der Nacht und bei Kälte mit einem rettenden, heißen Tee einen sowieso schon grandiosen Ausflug noch ein gutes Stück verschönerten. Dazu an anderer Stelle mehr.
An diesem Abend besuchten sie uns oben am Spitzstein, leisteten uns zumindest kurz Gesellschaft, bevor dann unten im Tal die übliche Bestellung beim Pizza-Bäcker winkte. Auf dieses und hoffentlich noch viele weitere entspannte Treffen!


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