Schon wieder Industrieromantik

Veröffentlicht am 13. September 2023 um 15:48

Da war es bis zum heutigen Tage gefühlt eine Sensation - wie ich am 12.07.2023 auch an dieser Stelle noch tönte - wenn ein Gewitter des Nachts nördlich des stillgelegten Kraftwergs bei Voerde, bei gleichzeitiger fotografenfreundlicher Trockenheit entlang zog.

Nun war es in der Nacht vom 11. auf den 12.09.2023 exakt zwei Monate später "schon wieder" soweit.

Schon tags zuvor war (wie immer) Rätselraten angesagt: Welches Vorhersagemodell wird denn Recht behalten? Die vielversprechendsten Kandidaten: "ICON D2" - seines Zeichens oft recht zuverlässig, wenn es um Gewitter geht - schwächelte jedoch in letzter Zeit.
"SuperHD" - übertreibt es in Sachen Gewitterwahrscheinlichkeit meistens - lag zuletzt aber öfter richtig.

Nach dem SuperHD sollte es am 11.09. schon ab etwa 21:00 Uhr am Niederrhein heftig knallen.

Das ICON war wesentlich defensiver aufgestellt und sagte erst ab etwa 01:00 Uhr am 12.09. eine schmale Gewitterlinie voraus, welche sich grob aus Benelux in nord-östlicher Richtung über den Niederrhein vorarbeiten sollte.

Nicht zuletzt da ich - sowohl am 11.-, als auch am 12.09., jeweils um 05:00 Uhr auf Maloche aufschlagen durfte, entschied ich mich auf das ICON zu bauen und die Nacht einfach "durchzumachen".

Gegen 01:00 Uhr am 12.09. positionierte ich mich nach einem kurzen Mittagsschlaf zuvor an bekannter Stelle in Dinslaken auf dem Rheindamm. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die nach ICON vorhergeratene Linie bereits entwickelt und flackerte im Nord-Westen fleißig vor sich hin. Daher fast wie immer: Hektisch alle drei Kameras aufgebaut, zwei mit Programmierung und Weitwinkelobjektiv (1 x Belichtung 15´´; Intervalltimer 17´´ und 1 x Belichtung 4´´ und Timer 5´´) und eine mit 50mm Brennweite mit manueller Belichtung.

Zunächst war die Linie noch recht weit entfernt und blitzte hinter Wesel.

Vorteil: Das Kraftwerk wirkt nicht so verloren unter riesigen Blitzen, da man einen recht kleinen Bildausschnitt wählen kann, ohne dass Blitze abgeschnitten werden.

Nachteil: Blitze sind "dunkler", wodurch die Lichtverschmutzung umso stärker zu Geltung kommt. Durch die Langzeitbelichtungen wirken Farben teils unecht und man MUSS die Bilder ein wenig bearbeiten, um die Farbsättigung etwas einzudämmen.

Im Weitwinkel fällt dieser Effekt etwas geringer aus, als im Zoom. Auch der Bedeckungsgrad spielt eine Rolle:

Der geneigte Betrachter wird feststellen - viele Erdblitze. Und ja, das war auch mein Eindruck: bei ungewöhnlich vielen Blitzen handelte es sich um negativ geladene Erdblitze.

Die Ausmaße der Lichtverschmutzung sind im Zeitraffer besonders eindrücklich zu erkennen. Hier sind die Einzelbilder nahezu unbearbeitet.

Irgendwann gegen 02:30 Uhr erwischte mich dann eine sich plötzlich südlich Dinslaken ausbildende Gewitterlinie. Es schüttete daraufhin mit kurzer Unterbrechung über zwei Stunden hinweg sintflutartig. Der Regenvorhang dieser Linie ist hier mittig und links im Bild bereits erkennbar, verdeckte zunehmend die Blitze und beendete schlagartig meine Aufnahmen:

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